Der Schmiedbalthes - Der Schmied von Kochel - Sendlinger Mordweihnacht 1705 - Aidenbach 1706 - Geschichtliches - Sehenswürigkeiten

Aidenbach am Erharditag 1706 - Das Ende



Die Schreckenskunde von dem unglücklichen Ausgang der Erhebung der Oberlandler verbreitete sich rasch unter den Aufständischen des Unterlandes.

Noch waren die drei Festungen Schärding, Braunau und Burghausen in ihrer Hand, und bei straffer Führung von einem Kopfe aus wäre auch jetzt wohl noch eine Wendung möglich gewesen. Doch auch in dieser bedrohlichen Lage war keine Einigkeit unter den örtlichen Unterführern. Plinganser hatte sich den ganzen Sommer und Herbst über unab lässig bemüht, daß sich die Kampftruppen von einer Stelle aus lenken lassen sollten: Warten oder Handeln auf Befehl!

Aber immer wieder kamen Eigenmächtigkeiten vor, die Blut kosteten, Verärgerung schufen und wenig nützten. Im Dezember 1705 scheint in Plinganser die Hoffnung gesunken zu sein, daß ein Generalaufstand von Burghausen bis Schärding noch zuwege käme. Auf der einen Seite beleidigten Zauderer - auf anderen Seite Hitzköpfe und Dickschädel - wie sollte da gemeinsames gelingen?

Vom Dezember weg spürt man Plinganser immer weniger im Getriebe des Aufstandes. Er scheint von dem Gedanken der Aussichtslosigkeit befallen zu sein, und die Entwicklung der Ereignisse hat ihm auch recht gegeben. Am 28. Dezember konnten die Bayern Vilshofen gegen den Druck des Obersten d'Argnan nicht mehr halten. Die Verteidiger König, Ertl und Inzinger mußten am 29. Dezember die Stadt aufgeben.

In jenen Tagen erfuhr Plinganser, der Braunau befehligte, daß Kriechbaum den Befehl habe, von München aus über Mühldorf, Ötting, Eggenfelden gegen Vilshofen durchzustoßen, damit er sich mit Oberst d'Argnan vereinige. Und dann sollte mit verstärkter Kraft im Unterland aufgeräumt werden. Plinganser wußte auch, daß Kriechbaum tatsächlich am 2. Januar 1706 von München aufgebrochen war. Also galt es, die Vereinigung der beiden feindlichen Heere zu verhindern. Er bat dringend den Oberkommandierenden der Landesverteidiger, den General Ocford, doch Befehle an Freiherrn von Prielmayr in Burghausen zu erlassen, daß er sich in Richtung Aidenbach in Marsch setze, wo an die 7 000 Bauern standen. Aber Prielmayr blieb untätig in Burghausen sitzen. Er legte sogar das Kommando nieder. Als Plinganser nach diesem Schlag Ocford selbst bat, doch nach Aidenbach zu reiten und dort die zu erwartende Schlacht zu leiten, erklärte dieser:
"Ich habe zwar Soldaten kommandieren gelernt, aber nicht Bauern und ich lasse mich eher massakrieren, als daß ich mit diesen Bauern gegen Kriechbaum kämpfe." Erinnert Euch der Zusammenkunft in Anzing am 10. Dez. Wie recht hätte Plinganser gehabt!

Gerade die zwei Herren Prielmayr und Ocford, die sich am Tisch als Vermittler aufspielten und denen man dann die zivile und militärische Leitung in die Hände gelegt hatte, gerade diese zwei Herren versagten in den Tagen der Bedrängnis. Sie ließen die Bauern im Stich. Plinganser bat nun von Braunau aus seine Freunde Meindl und Jelli, die Schärding befehligten, doch schnellsten nach Aidenbach zu ziehen, um denen dort beizustehen. Diese Getreuen brachen denn auch sofort mit 4 000 Innviertler Bauern auf; das Rottal überquerend, hofften sie noch zur Hilfestellung zeitig zu kommen.

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